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Atelier

2004 - Schokoladen-Litfaßsäule in Graz, Österreich

28. August 2006 • Permanenter Link

“Kunst auf Zeit”, ein Projekt des Künstlerhaus III in Graz, Österreich, stellt Gerhards vielseitiges Kunstwerk über Kunst und die Geschichte der Menschheit zur Schau.

Das Projekt: Gerhard war Mitglied einer ausgewählten Gruppe der führenden jungen Künstler der Steiermark, die an diesem einzigartigen Kunstwettbewerb teilnahm. Jedem Künstler wurde je eine Litfaßsäule mit 16 m2 Werbefläche im Stadtpark zugeteilt, die es künstlerisch zu gestalten galt. Thema des Projekts war „Kunst auf Zeit“.

Das Design: Gerhards Design verwendet mehrere künstlerisch dargestellten Dimensionen um die Geschichte der Menschheit, ihre Kreativität und ihre Verbundenheit zu erzählen. Jede Dimension repräsentiert eine der zusammenhängenden Aspekte der Zivilisation, betrachtet durch Zeit und Raum.

Aufbau:

Detail:

Dimension 1: Kunst ist vergänglich
Gerhards geliebtes Medium, Schokolade, war das perfekte Medium, um die vergängliche Natur der Kunst darzustellen. Tausende Schokoladenteile wurden einen Monat lang im Hochsommer den Elementen ausgesetzt. Als sie zu schmelzen, brechen und sich in Struktur und Farbe verändern begannen, wurde auch die Vergänglichkeit dieses Kunstwerks gezeigt.

Dimension 2: Natur ist Kunst
Obwohl wir uns meistens ihrer Anwesenheit nicht bewusst sind als wir an den Bäumen im Park vorbei gehen, sind die Bäume doch für unser Leben unerlässlich. Sie spenden Schatten und Schönheit, filtern unsere Luft, verstärken unseren Nährboden und stehen als schweigende Zeugen unserer Zeit da. Sie beobachten unsere Leben und Beziehungen, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Gerhard verarbeitete rund 30 kg dunkle Schokolade zu Platten in Baumrindenoptik, welche die Bestandteile des Kunstwerks ausmachten. Diese transformierten die Säule zum Baum und somit zur Widmung an das Wunder „ Natur“.

Dimension 3: Kunst ist Universell
Die Technik, mit der Gerhard seine tausende Schokoladenteile verarbeitete, stellt die universelle Dimension der Kunst dar. Jeder Teil wurde mit der Hand gebrochen oder mit einem Stein geschnitzt, in Anlehnung an einen uralten polynesischen Stil, welche die Zeitlosigkeit der Kunst und ihre kommunikative Funktion zum Ausdruck bringt.

Dimension 4: Menschliche Interaktion ist Kunst
Diese Säule steht symbolisch für die Geschichte eines Baumes, der im Laufe der Jahre viel gesehen, gehört und erlebt hat. Gerhard war bestrebt, die Ereignisse der Vergangenheit des Baumes in Form einer Bildgeschichte sichtbar machen zu können. Gerhards Design beinhaltet über 100 Schokofiguren, die alle miteinander in irgendeiner Weise verbunden sind. Zusammen erzählen sie die Geschichte der menschlichen Interaktion und verdeutlichen die Notwendigkeit unserer Verbundenheit mit Anderen.

Gerhard hob diese Dimension der Kunst hervor, in dem er das Projekt zeitgleich mit der Eröffnung der Säulen am 08.07.2004 um 17.00 Uhr auf seiner Webseite freigeschaltet hat. Somit stand der Baum nicht nur im Zentrum von Graz, sondern virtuell auch im Zentrum eines globalen Netzwerkes. Er startete dann einen Aufruf an seine Webseitenbesucher aus der ganzen Welt, ihm Kommentare zum Projekt zu schicken. Das daraus entstandene Kommunikationsnetzwerk brachte Kommentare aus vielen Teilen der Welt, wie z. B. Mexiko, USA, Philippinen, Saudi-Arabien, Asien etc. wie die gefallenen Blätter des Baumes zusammen. Diese wurden dann in laminierter, wasserdichter Form angebracht und somit wieder zum Ursprung zurückgeführt.

Ein überwältigendes Werk der Kunst und der Philosophie
Das gesamte Projekt wurde nur durch sehr präzis geplante Entwürfe, tausende von Schokoteile und hundert tausende Bewegungen, um jeden Teil zu kreieren und das Ganze zusammen zu bringen. Das Resultat war ein Kunstwerk von einmaligen ästhetischen, intellektuellen und kulinarischen Ausmaßen.